Was ist eine vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF)?

Aufbau, Funktionsweise und Vorteile eines bewährten Fassadenprinzips.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die VHF trennt Witterungsschutz, Wärmedämmung und Tragfunktion konstruktiv.
  • Der Hinterlüftungsraum unterstützt einen geregelten Feuchtehaushalt.
  • Unterkonstruktion und Befestigung leiten Eigengewicht und Windlasten in das Bauwerk.
  • Bekleidungswerkstoff, Raster und Befestigungsart lassen sich projektspezifisch planen.

Ein System mit getrennten Funktionen

Eine vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) ist ein mehrschichtiges Außenwandsystem: Vor der tragenden Wand liegen Dämmung, Hinterlüftungsraum, Unterkonstruktion und Fassadenbekleidung. Kennzeichnend ist die konstruktive Trennung von Wärmeschutz und Witterungsschutz. Dadurch kann jede Ebene gezielt für ihre Aufgabe bemessen und ausgeführt werden.

Wie die Schichten zusammenwirken

Die Bekleidung bildet die wetterbeanspruchte Außenschicht und prägt das Erscheinungsbild. Hinter ihr befindet sich ein belüfteter Hohlraum, über den eingedrungene oder aus der Konstruktion stammende Feuchte abgeführt werden kann. Die Dämmschicht bleibt von der Bekleidung getrennt. Unterkonstruktion, Verankerungs- und Befestigungsmittel verbinden die einzelnen Ebenen mit dem Tragwerk.

Für die Planung bedeutet das: Nicht ein einzelnes Bauteil, sondern das abgestimmte Zusammenwirken entscheidet über Standsicherheit, Bauphysik und Dauerhaftigkeit. Eigengewicht der Bekleidung und Windbeanspruchungen müssen über Befestigung und Unterkonstruktion zuverlässig in den Verankerungsgrund eingeleitet werden. Zugleich sind Materialverträglichkeit, Wärmebrücken, Fugen und Hinterlüftungsquerschnitte zu berücksichtigen.

Technische und gestalterische Offenheit

VHF-Systeme können mit zahlreichen Bekleidungswerkstoffen ausgeführt werden, darunter Keramik, Naturstein, Faserzement, HPL und Metalle. Sichtbare oder verdeckte Befestigungen ermöglichen unterschiedliche Fassadenbilder. Hinterschnittanker sind eine mechanische Lösung für die rückseitige, formschlüssige und somit nicht sichtbare Befestigung geeigneter Platten. Damit bleiben die Ansichtsflächen frei von Befestigungsköpfen und die Materialwirkung tritt klar hervor. Entscheidend ist stets, dass Bekleidung, Befestigung und Nachweise aufeinander abgestimmt sind.

Fazit

Die VHF ist ein klar gegliedertes Fassadensystem, dessen Leistungsfähigkeit aus der Trennung und Abstimmung seiner Funktionen entsteht. Für belastbare Planung müssen Bauphysik, Lastabtragung und Befestigung gemeinsam betrachtet werden.

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